Showdown. Am Donnerstag fangen die
Endjahrestests an. Jetzt wird sich zeigen, on ich den Schülern etwas beibringen
konnte oder ob ich sie die lezten 2 ½ Monate umsonst gequält, angetrieben un
belehrt habe. Etwas Bammel habe ich ja schon. Mit manchen Schülern bin ich zwar
echt zufrieden, weil ich merke, dass sie sich echt Mühe geben. Sie melden sich
im Unterricht und machen ihre Hausaufgaben. Einfach schön, so macht das Spaß.
Aber bei so vielen habe ich das Gefühl, dass sie mich nicht verstehen. Wenn ich
meine Aufzeichnungen von den wöchentlichen Überprüfungen ansehe, dann muss ich
fast weinen. Klar, die richtigen Antworten zu geben, wenn man die Fragen nicht
versteht, ist nicht ganz einfach. Aber wer sich seine Aufzeichnungen ansieht,
müsste doch wenigstens eins, zwei Wörter im Gedächtnis behalten. Viele haben
halt auch einfach kein Bock.
Doof ist auch, dass ich versuche von den
Kindern ihre eigenen Anworten zu bekommen. Ich übe sehr oft laut vorlesen und
bestehe in Mathe auf den Rechenweg. Alle Test bestehen aber immer aus dem
doofen Multiplychoice. Das meiste, was ich so unterrichte, findet dort keine
Berücksichtigung. Jetzt befürchte ich, dass das Einbläuen der vorgefertigten
Antworten für die Resultate effektiver gewesen wäre. Um das zu verdeutlichen, denkt einfach an die
Theorieprüfung für den Führerschein. Auch dort gibt einen Pool von Fragen, aus
dem Ausgewählte im Test dran kommen und deren Antworten man einfach auswendig
lernen kann. Mein Unterricht ist eher wie die Theoriestunden zuvor. Man kann
also die Tests durch auswendig lernen bestehen ohne die allerdings zu verstehen.
Wenn ich mir es recht überlege, wäre es für
die, die immer noch nicht in der Lage sind ganze Wörter von der Tafel
abzuschreiben geschweige denn Englisch reden, das Beste noch etwas längere Zeit
in dieser Schule zu verbleiben. Aber wie ich es schonmal geschrieben hatte,
kann man in meiner Schule eigentlich nicht sitzen bleiben.
Mein Gastbruder und ich,
nachdem wir unser Abendessen gesichert haben.
Mal was zu den Mädchen meiner Klasse. Ihre
Lieblingsbeschäftigung ist es Tag ein Tag aus die Haare ihrer Freundinnen zu
kunstvollen Frisuren zu knoten. Bis eine Frisur fertig ist, dauert es gut und
gerne 2 Tage, dann laufen sie ein paar Tage so herum, bevor sie wieder mit
Wuschelkopf in die Schule zu kommen, bereit für die nächste Frisur. Doof ist
nur, dass ihre Kopfhaut manchmal so krass straff gezogen wird, dass sie
dauerhaft Kopfschmerzen haben. Gewöhnungsbedürftig ist auch der raue Umgang
zwicheneinander. Während man es ja von den Jungs kennt, dass sie sich zur
Begrüßung oder aus Spass kloppen, denkt man es von den zärtlichen Mädels ja
nicht. Aber sie machen es hier einfach genausoAb und zu bin ich echt von
Selbstzweifel geplagt. Ich nehme meine Arbeit zwar total ernst (Ich glaube
ernster als mein Abitur), aber ich muss so oft in gelangweilte und fragende
Gesichter schauen und dabei schreien, weil es viel zu laut ist. Ich frage mich,
was ich falsch mache. Letztens kam aber ein Amerikaner von irgendeiner NGO zu
uns an die Schule und hat den Lehrern unseres Viertels eine eintägige
Fortbildung angeboten. Dies wurde mit Handkuss von meine Kollegen und mir
angenommen. Wir unausgebildeten sind über jede Hilfe froh, die uns einen
erfolgreicheren Unterricht verspricht. Das ganze findet nächste Woche statt,
ich werde besonders aufpassen und berichten. Das neugelernte anwenden werde ich
aber erst im Januar können. Am 30. November schließen die Schulen für einen
Monat und ich werde anschließend zu meinem Zwischenseminar nach Tansania gehen.
Die Ferien werde ich nutzen, um in das ein oder andere Projekt mir nocheinmal
genauer anzuschauenund vor allem herumzureisen.
Unsere Schulabgänger der siebten Klassen. Die
Prüfungen sind glatt verlaufen. Manche Schuluniformen waren vermutlichen von
Familienmitgliedern oder Nachbarn ausgeliehen, aber es war Pflicht sie während
den Prüfungen zu tragen. Ganz rechts steht ihr Lehrer.
Viele Gruesse
Martin
Hallo Martin,
AntwortenLöschenzunächst ein Mal wünschen wir dir alles Gute zu deinem Namenstag. Wir haben heute den ganzen Tag über an dich gedacht, denn wie du weißt, ist jedes Jahr unser Martinsumzug. (Sonst hast du uns ja auch immer geholfen.) Und heute haben wir alle von der Kolpingfamilie Flörsheim für dich und deine Schule gearbeitet. Das Wetter hat zum Glück gehalten nachdem es gestern den ganzen Tag kräftig geregnet hat, sodass wir mit dem Verlauf heute durchaus zufrieden sein können. Wir hoffen, dass möglichst viele Lehrbücher für die Schule herausspringen. Vielleicht macht dann auch deinen nicht so interessierten Schülern das Lernen mehr Spaß und du kommst deinem Ziel, ihnen möglichst viel Wissen für das künftige Leben und eine bessere Zukunft zu vermitteln, näher. Eine brennende Frage haben wir noch an dich, was hälst du mit deinem Gastbruder zusammen in der Hand? Was habt ihr für das Essen erlegt? Du kannst dir sicher sein, dass alle die dich schon länger kennen, sich über dein gewandeltes Essverhalten wundern und staunen. Aber alle haben viel Respekt davor was du nun alles ißt.
Wir wünschen dir nun eine gute Nacht und keine Albträume vom Essenerlegen.
Viele Grüße
Oma Vroni, Mama und Papa
Dankeschön!
AntwortenLöschenFreut mich, dass der Umzug gut verlaufen ist.
Das ist ein sogenanntes Dorf-Hühnchen. Die sind bunter als Masthühner und das Fleisch ist härter und würziger. Die gelten hier als besonders gesund und bei uns im Garten laufen etwas 20 von denen herum. Das ganze sieht etwas komisch aus, weil wir den abgeschnittenen Kopf dem Huhn auf das eine Bein gesteckt haben um Fotos zu machen. Etwas makaber, ich weiß. 'Tschuldigung dafür.
Macht's gut!
Dankeschön!
AntwortenLöschenFreut mich, dass der Umzug gut verlaufen ist.
Das ist ein sogenanntes Dorf-Hühnchen. Die sind bunter als Masthühner und das Fleisch ist härter und würziger. Die gelten hier als besonders gesund und bei uns im Garten laufen etwas 20 von denen herum. Das ganze sieht etwas komisch aus, weil wir den abgeschnittenen Kopf dem Huhn auf das eine Bein gesteckt haben um Fotos zu machen. Etwas makaber, ich weiß. 'Tschuldigung dafür.
Macht's gut!