Donnerstag, 1. November 2012

Abwechslung

Am Samstag morgen um 7:00 Uhr sprang ich auf die Ladefläche unseres gemieteten Pick-ups. Es dauerte keine 5 Minuten, da kramte einer von uns drei hinten sitzenden im herumliegenden Gepäck und das zum Entspannen geplante Wochenende wurde mit einem kühlen Bier angestoßen. 200 km lagen vor uns, bis wir den See Kashiba erreichen sollten. Während sich die anderen sechs im Auto bei 35° nassschwitzten, genoss ich das Gefühl der Freiheit und den kühlen Fahrtwind auf der Ladefläche. Wir machten einen versprochenen Stopp am Grab des vor genau einem Jahr verstorbenen Father Mia, welcher noch immer im ganzen Copperbelt und halb Sambia bekannt ist, weil unzählige Hilfsaktionen über seinen Namen gelaufen sind. Außerdem war er jahrelang verantwortlich für die österreichischen Freiwilligen. 
 
Gegen die bedingungslose Sonne sollte man sich unbedingt schützen.


Dann machten wir uns weiter zu unserem einsamen Ziel. Als wir ankamen, gab es jedoch eine Überraschung: Einige Zelte waren schon aufgebaut. Andere Weiße aus Ndola hat es ebenso zu diesem wunderbaren Ort verschlagen. Aber kein Problem, sie waren nett und der See ja groß genug. Der Anblick des Sees war so atemberaubend wie angenommen. Wir machten Feuer fürs Essen und kühlten uns in dem glasklaren aquamarinblauen Wasser ab. Der See war von Stein umgeben und so bin ich das erste Mal in meinem Leben von Klippen gesprungen (auch wenn diese nur 5-6 Meter hoch waren ;)). Aber es wurde ja noch besser. Denn kurze Zeit später fand ich mich auf einer Steinplattform wieder mit einem Seil in der Hand, welches hoch oben in den Bäumen fest gemacht worden ist. Das Herz war mir schon längst in die Hose gerutscht, aber das Adrenalin hatte meinen Körper schon lange für sich gewonnen. Ich stoß mich ab und schwang über die Felsen zum Wasser. Im hohen Bogen ließ ich los und fiel frei in den auf mich wartenden See. Es war so cool! Ich musste es wieder tun. Und wieder und wieder. Vom Sonnenbrand geschwächt taten mir bald alle Glieder weh. Der Aufprall im Wasser war doch manchmal etwas hart.

 Na, was sagt man dazu? :D

Am späten Nachmittag ging's weiter zu einem Freund mitten im Nirgendwo im Busch, wo er momentan bei seinen Großeltern wohnt. Wir brauchten ja noch ein Schlafplatz für die Nacht. Ich habe noch nie verstanden was einen Menschen dazu bewegt, mitten im Nichts ein Haus zu bauen. Ohne Nachbarn, Einkaufsgelegenheiten oder gescheiten Zufahrtsstraßen muss es doch die Hölle sein. Aber glaubt mir, dieses Aussteigerleben, welches dieses britisch/namibische Ehepaar führt, ist durchaus reizvoll. Es ist das einfache Leben, was sie so erfüllt. Ohne Elektrizität betreiben sie ihre eigene kleine Farm. Die Sonne weckt sie am Morgen und erzählt ihnen wann sie schlafen gehen sollen. Das Wasser zum Kochen wird was einem Eimer im Brunnen gekurbelt. Nur das Auto verbindet sie mit dem Rest der Welt. Und genau dort habe ich das leckerstes Essen seit langem gegessen und frische Milch und gepressten Saft getrunken.
Geschafft vom Tag verfolgte ich in bequemen Liegestühlen den schönen roten Sonnenuntergang....

In der Schule sind gerade Abschlussprüfungen für die siebte Klassen, daher haben alle anderen Klassen frei. Jeden Tag werden zwei Fächer a lá Multiply-choice bearbeitet. Ich werde nur hin und wieder mit meinem Laptop gebraucht oder kümmere mich um das leibliche Wohl der von anderen Schulen gekommenen Aufpasser. Sonst genieße ich eine ruhige Woche.

Liebe Grüße
Martin

6 Kommentare:

  1. Wow, das Bild vom See ist wirklich traumhaft. Da kann ich mir gut vorstellen, dass das Schwimmen dort viel Spaß gemacht hat. Und um das Wetter, ich sage nur 35 Grad, beneiden dich sicherlich viele. Bei uns ist typisches Novemberwetter, nass kalt und regnerisch.

    Gruß
    Elisabeth

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  2. Hallo Martin,
    Oma Vroni, Papa und ich haben gerade neidvoll deinen Beitrag gelesen. Einfach traumhaft. Aber, ich warte immernoch auf dein Bild vom traumhaften Sonnenauf- und -untergang. Wir freuen uns, dass es dir so gut geht. Wir haben ein "traumhaftes" Wochenende mit Regen, Kälte vor uns. :)
    Viele Grüße
    Oma Vroni, Mama und Papa

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  3. Hey Martin,
    das Bild vom Wasser und den Klippen ist echt super. (aber ich warte auch noch auf das Bild vom Sonnenaufgang ;))

    Freue mich auf jeden Beitrag den du schreibst. Bin immer sehr gespannt was du alles erlebt hast. :)

    Wünsche dir noch eine super Zeit.
    Viele Grüße
    Saskia

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  4. Wir habens auch endlich geschafft den Blog einzurichten.
    Hab ja einiges Spannendes verpasst,aber natürlich gleich nachgelesen.Freu mich auch schon auf die nächsten Beiträge und Bilder.

    Viele Grüße,aus dem regnerischen Flörsheim
    Theresia Sondermann

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  5. Nachdem Elisabeth uns vom Vorstand alles ins Gebet genommen hat, schreibe ich Dir auch einen Kommentar. Ich habe zwar öfter schon von Deinen "Abenteuern" gelesen, aber nie kommentiert.
    Wir denken hier alle viel an Dich, bleib gesund und viel Spaß weiterhin!
    Gruß Michael
    P.S. Das mit dem Seil würde ich auch gerne machen, ist ja wie im Film!

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  6. Ahhh danke Elisabeth, Mama, Papa; Oma, Saskia, Teresa, Michael!
    es ist echt ein tolles Gefühl zu merken, dass meine Berichte gelesen werden! und ich finde es ebenso toll Rückmeldung zu bekommen. Ich erinnere mich gerne an Euch und freu mich auch schon wieder euch zu sehen!
    Mit dem Wetter kann ich euch leider auch nicht helfen, da müsst ihr wohl durch :P
    Aber jeden Tag über 30 Grad auszuhalten ist auch nicht so einfach :D
    Ich wünsche Euch nur das beste

    Martin

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