Heute würde gerne mal über Hexerei sprechen. Denn
ob ihr’s glaubt oder nicht, in Sambia existiert sie wirklich. Nicht jeder, aber
so ziehmlich jeder bestätigt mir dies. Sogar Verantwortliche der Diözese glauben
daran, obwohl sie es eigentlich nicht dürfen. Jeder weiß, dass sie da ist,
wurde mir gesagt. Diverse Verwandte und Freunde von Leuten mit denen ich mich
darüber unterhalten habe, sind Zeugen von fliegenden Hexen oder Verfluchungen
oder sonstiger Zauberei gewesen. Als mir meine Gastmutter das erste Mal von
Hexen erzählt hat, hatte ich größte Mühe mein Lachen zu unterdrücken. Aber es
war ihr Ernst. Sie erzählte mir von den sogenannten Hexendoktoren, zu denen
viele, vor allem traditionell Sambier gehen, wenn sie schlimme Wehleiden haben.
Dieser Doktor würde ihnen dann sagen, wer Verantwortlich dafür ist und dass sie
verflucht sind. Hexendoktoren sind Hexen, also wie alle Diener des Täufels,
böse. Warum sollte es auch gute Hexen geben?
So stell ich mir ungefähr einen Hexendoktor vor.
Vor dem letzen ManU-Chelsea Spiel erzählte mir
mein Gastbruder, wie gefährlich Chelsea wäre, weil Spieler wie Drogba vor
Spielen öfters schon bei Hexern gewesen wäre. Ich meinte darauf, dass ich mir
nicht vorstellen könnte, wie ein Hexer in Afrika auf dieses Spiel Einfluss nehmen
sollte. Aber er meinte klar geht das, ein Hexer könnte auch mich einfach
umbringen. Ich meinte, auch das glaub ich kaum. Dann hieß es:“ Martin, du
glaubst mir nie was! Schau, du kannst Mama fragen.“ Und die „Antwort? Na klar,
du musst aufpassen. Ein Hexer kann ich töten wenn er will!“ Naja, was soll ich
machen? Die Autorität der Mutter infrage stellen geht nun mal gar nicht.
In der Zeitung habe ich leider auch einen
Bericht entdeckt, wie Nachbarn eine über 90 Jahre alte Frau umgebracht haben.
Wer so ungewöhnlich alt ist, scheint
wohl für manche einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu haben und steht somit
automatisch unter dem Verdacht eine Hexe zu sein. Gleiches gilt für extrem
reiche und berühmte Menschen. Viele Hollywoodstars haben demnach ihre Seele
verkauft. Dass Hexen umgebracht werden, ist aber nicht allzu gewöhnlich. Es
herrscht ja Angst vor ihnen.
Während man das so liest, kann man ganz leicht
traurig und wütend werden. Man könnte sagen: „Dass muss aufhören, ist ja
grausam! Jemand muss ihnen die Wahrheit sagen.“ Wichtig zu wissen ist aber
denke ich, dass, während uns diese Menschen leidtun, wir ihnen umgekehr ebenso
leidtun, weil wir die Wahrheit nicht erkennen wollen und den Hexen schutzlos
ausgeliefert sind. Keine Ahnung wer
Recht hat. Ist wohl Ansichtssache.
Ich meinte nur, dass wir Menschen in Europa uns die Dinge erklären können und verstehen müssen, bevor wir daran glauben.
„Wie kannst du dann an Gott glauben?“ Tja, stimmt eigentlich. Einfach zu sagen, dass das etwas Anderes ist, wäre zu einfach. Logisch und erklärbar ist er ja auch nicht. Definitiv Material zum Nachdenken.
Im Glauben ist der Taufel als die Versuchung generell präsenter als ich es bisher in Deutschland erlebt habe, weil die Bibel viel wörtlicher interpretiert wird. Während wir sagen, dass muss eine Metapher für irgendetwas sein, ist es für viele Menschen einfacher die Texte so zu glauben, wie sie geschrieben sind.
Diese Hexengeschichte erinnert mich stark an das Mittelalter. Die Aufklärung hat mit uns aber anscheinend irgedetwas Gravierendes angestellt, warum wir an so etwas nicht mehr glauben können. Ich bin echt dran interessiert was sich genau in unseren Köpfen verändert hat.
Ich meinte nur, dass wir Menschen in Europa uns die Dinge erklären können und verstehen müssen, bevor wir daran glauben.
„Wie kannst du dann an Gott glauben?“ Tja, stimmt eigentlich. Einfach zu sagen, dass das etwas Anderes ist, wäre zu einfach. Logisch und erklärbar ist er ja auch nicht. Definitiv Material zum Nachdenken.
Im Glauben ist der Taufel als die Versuchung generell präsenter als ich es bisher in Deutschland erlebt habe, weil die Bibel viel wörtlicher interpretiert wird. Während wir sagen, dass muss eine Metapher für irgendetwas sein, ist es für viele Menschen einfacher die Texte so zu glauben, wie sie geschrieben sind.
Diese Hexengeschichte erinnert mich stark an das Mittelalter. Die Aufklärung hat mit uns aber anscheinend irgedetwas Gravierendes angestellt, warum wir an so etwas nicht mehr glauben können. Ich bin echt dran interessiert was sich genau in unseren Köpfen verändert hat.
Naja, Alpträume von Geistern oder sonstigen Kreaturen habe ich zum Glück noch nicht. Ich hoffe ihr bekommt jetzt auch keine. Ich glaube nämlich in Europa gibt es keine Hexen.
Liebe Grüße
Martin
Immer wieder interessant von Dir zu lesen, Martin! =)
AntwortenLöschenDazu passt folgende Stelle aus dem Markus-Evangelium. Denn wenn wir glauben, dass es einen allmächtigen Gott gibt, dann gibt es auch seinen heiligen Geist, den er und schenkt. Und in der geistlichen Welt gibt es dann auch andere Kräfte, die nicht von Gott kommen....
Schönen Gruß aus dem weiten Rhein-Main Gebiet ;) V.K.
Markus 16, 16-17 (Jesus sagt): „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird selig (gerettet) werden. Wer aber ungläubig bleibt, wird von Gott verdammt werden. Wer mein Jünger ist, kann Dämonen austreiben und Kranke durch Handauflegen heilen. Er braucht keine Angst mehr von Schlangen zu haben und ist gegen jegliches Gift immun. Er kann in einer fremden Sprache sprechen. ..“. (nämlich in der unverständlichen Sprache des heiligen Geistes. Wikipedia: „Die Auslegung kann durch den Beter selbst geschehen, in der Regel aber durch einen anderen. Dies geschieht dadurch, dass der Auslegende die Aussage in seiner Sprache hört, ... oder er empfängt die Auslegung von Gott als eine Offenbarung.... Nach Paulus handelt es sich dabei meist um Prophetie.“ Vergleiche aber auch: 3. Mose 20, 6 (Gott sagt): „Ich werde alle ausrotten, die an Zeichendeuter oder Wahrsager glauben.“ Und 3. Mose 20, 26-27: „...denn ich, der Herr, bin heilig. Ihr (die Israeliter) gehört mir, ich habe euch von allen Völkern auserwählt. Ein Wahrsager oder Zeichendeuter soll sterben. Man soll ihn steinigen; sein Blut sei auf ihm.