Ich hoffe es geht euch gut?
Bevor ich anfange von meinen ersten
Erfahrungen in der Schule zu berichten, würde ich noch gerne von
zwei Programmen der Diözese erzählen, die ich während der
Orientierungsphase kennen gelernt habe, um euch einfach einen
besseren Überblick über die Bevölkerung zu geben.
Und zwar waren wir in der letzten Woche
unterwegs mit der - ich würds mal als AIDS und Kinderabteilung
übersetzen. Mit Mitarbeitern dieser waren wir an einem Tag auf dem
Weg zu einer Stadt direkt an der kongolesischen Grenze. Die Straße
auf dieser anderthalbstündigen Reise war in so katastrophalem
Zustand, dass bestimmt schon Menschen vom einfachen Befahren
Genickbrüche bekommen haben. Zum Schutz unserer Genicke fuhren wir
oft neben der Straße im Gras anstadt auf dem bröckligen Teer. In
diesem Ort fand ein Freiwilligentreffen statt, ganz ähnlich wie ich
es schonmal beschrieben hatte. Diesmal aber ging es um diese
Freiwilligen selbst.Und zwar war es das erste Treffen eines
dreitägigen Seminars, in dem die vielen Frauen und zwei Männer
Tipps zur Einkommenssteigerung bekommen sollten.
Nach der Vorstellungsrunde wurden wir
in Kleingruppen aufgeteilt mit der Aufgabe über die jeweilige
momentane finanzielle Situation nachzudenken und seine Probleme
aufzuschreiben. Dazu sollten wir eigene Ideen zur Verbesserung der
Situation entwickeln und unsere Erwartungen des Seminars
erläutern.
Dies alles wurde dann in der Großgruppe zusammengetragen. Fast alle Frauen haben als ihre Finanzquelle ihren Mann angegeben. Darüber hinaus verkaufen sie allesamt eine Kleinigkeit auf dem Markt. Mit Abstand die meisten Obst und Gemüse, wenige andere Backwaren. Dass das Berufsfeld so stark auf die Landwirtschaft beschränkt ist, ist irgendwo schon erschreckend. Viel erschreckender wurde es allerdings noch als es dann zu den Problemen ging. Wirklich jeder Teilnehmer hat die Schulgebühren für die Kinder angegeben. Die Schulgebühren für eine Gemeindeschule beträgt umgerechnet alle drei Monate etwa 4 Euro. Für staatliche Schulen sind es teilweise mehr als 100 Euro. Als ich dran war meine Probleme mit den anderen zu teilen, habe ich erstmal nachdenken müssen, um dann zu sagen, dass ich keine Probleme hätte. Dabei war mir extrem unwohl, aber mir ist einfach kein Problem eingefallen, womit ich die anderen nicht lächerlich gemacht hätte. Wenn es um Hunger und um die Zukunft der Kinder geht, fand ich hätte Heimweh einfach nicht so gepasst.
Dies alles wurde dann in der Großgruppe zusammengetragen. Fast alle Frauen haben als ihre Finanzquelle ihren Mann angegeben. Darüber hinaus verkaufen sie allesamt eine Kleinigkeit auf dem Markt. Mit Abstand die meisten Obst und Gemüse, wenige andere Backwaren. Dass das Berufsfeld so stark auf die Landwirtschaft beschränkt ist, ist irgendwo schon erschreckend. Viel erschreckender wurde es allerdings noch als es dann zu den Problemen ging. Wirklich jeder Teilnehmer hat die Schulgebühren für die Kinder angegeben. Die Schulgebühren für eine Gemeindeschule beträgt umgerechnet alle drei Monate etwa 4 Euro. Für staatliche Schulen sind es teilweise mehr als 100 Euro. Als ich dran war meine Probleme mit den anderen zu teilen, habe ich erstmal nachdenken müssen, um dann zu sagen, dass ich keine Probleme hätte. Dabei war mir extrem unwohl, aber mir ist einfach kein Problem eingefallen, womit ich die anderen nicht lächerlich gemacht hätte. Wenn es um Hunger und um die Zukunft der Kinder geht, fand ich hätte Heimweh einfach nicht so gepasst.
Andererseits ist es natürlich schön
zu sehen welch hohen Stellenwert die Bildung der Kinder in den Augen
den Erwachsenen hat.
Die Ideen und Erwartungen waren natürlich Tipps zu bekommen für die Landwirtschaft und den Verkauf. Den Frauen wünsche ich auf jedenfall blühende kleine Geschäfte, dass alle ihre Kinder die Schule besuchen können.
Die Ideen und Erwartungen waren natürlich Tipps zu bekommen für die Landwirtschaft und den Verkauf. Den Frauen wünsche ich auf jedenfall blühende kleine Geschäfte, dass alle ihre Kinder die Schule besuchen können.
Immer wieder wird zur Auflockerung getanzt oder gespielt.
In einem anderen Seminar haben Teresa
und Ich am Ende der vergangenen Woche teilgenommen. Angestellte der
Diözese wurden auf Workshops vorbereitet, die sie mit armen Kindern
und deren Eltern durchführen werden. Weil wir sehr viele
Rollenspiele gespielt haben, denke ich in diesem ultraschicken Hotel
einiges für mein Lehrerdasein gelernt zu haben. Mit den anderen
recht jungen Teilnehmern haben wir uns super verstanden und so wurden
wir dann auch abends zur Abschiedsparty eingeladen. Da wir als
Ehrengäste dort waren, wurden nun zum ersten Mal unsere Tanzkünste
abgefragt. Es wurde ein schöner Abend.
Das Programm legt viel Wert auf spielerisches Lernen für die Kinder. Das kommt mir echt sehr entgegen :)
Da mein Gastvater jetzt schon in den
Kongo gezogen ist, und der kleinere Bruder wieder in in der Schule in
Kitwe, sucht meine Familie seit kurzen eine kleinere Bleibe. Um Geld
zu sparen wurde auch der Haushälter entlassen und so suchen wir nach
einer Wohnung für uns drei Verbliebenen. Wir bleiben aber auf
jedenfall in Ndola. Das Haus gleicht seit dieser Entscheidung einem
Kaufhaus, täglich schneien Leute vorbei, die unseren Herd, die
Couch und den Fernseher kaufen, damit wir weniger Zeugs beim Umzug
schleppen müssen. Mein Bett wird zum Glück noch nicht verkauft, ich
kann also weiterhin beruhigt einschlafen.
Es gibt noch jede Menge zu erzählen,
die Schule hat ja schon angefangen, aber komischer Weise hänge ich
mit dem Schreiben im moment etwas nach, da sich die Wochenenden jetzt
doch langsam mehr und mehr füllen.
Ich habe noch was nur so zwichendurch
ohne Zusammenhang:
Mein Bruder hat sich gestern ziehmlich
drüber lustig gemacht, dass Forscher behaupten der Mensch stamme vom
Affen ab. Die wären wohl irgendwo kaputt im Kopf sowas zu sagen.
Gott habe den Menschen als sein Abbild geschaffen und Gott sei ja
bestimmt kein Affe. Er meinte die Forscher, die sowas behaupten
würden wahrscheinlich nichtmal die neunte Klasse bestehen. Ich fand
das ganz lustig, vielleicht lacht ja jemand mit mir.
Viele Grüße
Euer Martin
ist echt richtig interessant die ganzen sachen so von dir im blog serviert zu bekommen und dir scheints auch wieder ganz gut zu gehen nach der malaria erkrankung... ich wünsch dir alles gute und weiter so :D
AntwortenLöschenphil
Hört sich ja mal super interessant an ;)
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