Hallooo!
Ich habe eine gute Nachricht für euch.
Dank meiner lieben Omas und der sambischen Musikgruppe, die im Bistum
Limburg getourt hat, ist meine Kamera nun wieder einsatzfähig. So kann
ich Euch jetzt auch visuell einen besseren Eindruck davon geben, wie
es hier bei mir aussieht.
Endlich ein Bild von meiner Schule! Das sind die – ich habe nochmal
nachgezählt – 65 Schüler in ihrem Klassenraum.
Hier ist der Schulhof zu sehen.
Dienstags ist es der Job der sechsten Klasse den Schulhof vor
Schulbeginn zu bewässern und zu putzen. Meine Aufgabe ist es
aufzupassen, dass das ganze schnell genug und ordentlich genug
geschieht. Dabei habe ich das ungute Gefühl wie ein Sklaventreiber
zu sein. Ich meine, man stelle sich vor, wie ich als Weißer:
„Beeilung, beeilung!“ rufe und dabei schwarze Kinder in gebückter
Haltung den Schulhof fegen. Warum ich dabei auf den Rohrstock in der
Hand verzichte, den normalerweise die anderen Lehrer mit sich führen,
versteht sich glaube ich jetzt von selbst.
Sogar mein Gastbruder meint, das wäre
ja Kinderarbeit. In den staatlichen Schulen gibt es Angestellte
dafür. Aber solange es die Schulgebühren herunterdrückt, ist es
natürlich sinnvoll, dass die Schüler selbst für eine saubere
Schule sorgen.
Der große Baum auf dem Bild ist dabei aber besonders fies. Seitdem ich hier bin, fallen täglich die Blätter von den Bäumen, die weggekehrt werden müssen. Es ist wie im Herbst. Und dabei sind es weit über 30 Grad. Schon sehr komisch, oder?
Der große Baum auf dem Bild ist dabei aber besonders fies. Seitdem ich hier bin, fallen täglich die Blätter von den Bäumen, die weggekehrt werden müssen. Es ist wie im Herbst. Und dabei sind es weit über 30 Grad. Schon sehr komisch, oder?
So wie hier in der Schule, wird auch
bei den Einwohnern drum herum der Müll im Garten gelagert.
Das geschieht dann solange, bis der Haufen – wie im nächsten Bild zu sehen ist – verbrannt wird.
Das geschieht dann solange, bis der Haufen – wie im nächsten Bild zu sehen ist – verbrannt wird.
Diese Bilder sehe ich täglich und
daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Dass hier Müll und Gras
vor der Haustür und neben der Straße verbrannt wird, scheint aber
sonst nur die wenigsten zu stören. Viele andere Möglichkeiten
gibt es ja auch nicht, für einen Mülldienst ist kein Geld
vorhanden. Also wer auch immer die Umwelt retten will, der sollte sich nicht nur um die Glühbirnen in den Industrieländern sorgen, sondern auch über eine Müllabfuhr in den sogenannten Entwcklungsländern nachdenken.
Extrem stereotypisch, ich weiß. Aber faszinierend sind die Frauen mit den riesigen Bastkörben auf dem Kopf für meine Augen trotzdem.
Das sind typische Verkaufsläden, wie
man sie überall in der Stadt verteilt sieht. Allesamt verkaufen sie
Handyguthaben. Ansonsten haben sie meistens noch Lebensmittel oder
Hygieneprodukte, die in der Stadt beim Supermarkt gekauft wurden, im
Angebot. Diese Artikel werden dann teurer verkauft. Trotzdem kaufen
viele dort ein, da sie sich das Geld fürs in die Stadt fahren
sparen.
Ein beispielhaftes Haus in Chipulukusu, dem
Viertel rund um meiner Schule.
Zu guter Letzt wollte ich Euch noch die
Busse zeigen, von denen ich erzählt hatte. Wie man hier vor dem
Einkaufszentrum von Kansenshi (dem Viertel, in dem ich wohne) sehen
kann, befinden sich manchmal mehr Busse als Autos auf der Straße.
Bleibt gesund und fröhlich bis zum nächsten Mal,
Euer Martin
Hallo Martin,
AntwortenLöschendie Bilder sind wirklich sehr beeindruckend. Es geht aus ihnen eine gewisse Faszination und Nachdenklichkeit gleichzeitig aus. Die Farben sind einfach wahnsinn. Ich glaube, wenn du wieder in Deutschland bist, werden dir unsere Farben richtig trist vorkommen, zumal ja dann bald die graue Jahreszeit bei uns anfängt. Aber man sieht auch ganz klar die Armut. Vielen Dank für deine Bilder und auch deine Berichte, die immer etwas zum Nachdenken anbieten.
Liebe Grüße und alles Gute
Mama