Hallo ihr Lieben!
Der Grund für meine Abwesenheit im
Blog hat einen Namen: Malaria.
Nachdem ich unter der Woche mit
aushaltbaren Kopf- und Magenschmerzen zu kämpfen hatte, ging es dann
recht plötzlich in der Nacht Berg ab mit mir. Es kamen Fieber,
Gliederschmerzen, Übelkeit und Durchfall hinzu, am nächsten Morgen
für mich meine Gastmutter dann ins Krankenhaus. Die haben mich dann
gleich dortbehalten. Sorgen müssen sich aber keine gemacht werden.
Denn nach mehreren Spritzen in die Arme und in den Allerwertesten
ging es mir bald aber auch schon besser. Ich war alleiniger Patient
in einem Doppelzimmer eines privaten Krankenhauses. Ich habe mich
sicher dort aufgehoben gefühlt, denn die Hygienestandarts waren echt
europäisch. Auch von Seiten der Diözese, Teresas und meiner
Gastfamilie wurde sich liebevoll um mich gekümmert. Dreimal täglich
haben sie vorbeigeschaut!
Mit einem großen Lunchpaket voll Medikamente wurde ich gestern dann entlassen und kann am Montag nun Gesund mit meiner Arbeit in der Schule beginnen.
Mit einem großen Lunchpaket voll Medikamente wurde ich gestern dann entlassen und kann am Montag nun Gesund mit meiner Arbeit in der Schule beginnen.
Um meine Versäumnisse aufzuarbeiten
schreibe ich euch nun den Bericht der letzten Woche:
Eine eher ruhige Woche liegt nun hinter
mir. Da Patrick dank einer Malaria (jaja Nachmacher, ich weiß) flach
liegt, sind eins, zwei Programmpunkte ausgefallen. Laut seiner SMS,
die er mir eben geschrieben hat, geht es ihm aber Gott sei Dank
wieder besser. Die freie Zeit konnte ich nutzten, um mich in die
Schulbücher der sechsten Klasse schon mal einzulesen, die ich am
Montag bekommen hatte. Zuvor wurde ich schon vom Schulleiter
eingewiesen wie ich die Schulstunden, Wochen- und Trimesterpläne zu
dokumentieren habe. Das ist ganz schon viel Schreibarbeit kann ich
euch sagen. Es gibt feste 1-2 seitige Muster, wie ein solcher Plan
auszusehen hat. Da die Schule aber weder ein Computer, noch ein
Kopierer besitzt, muss dieses Muster für jede einzelne Schulstunde
neu abgeschrieben werden.
In Zukunft werde ich aber wohl genügend
Zeit haben auf diese Weise nachmittags meinen Unterricht
vorzubereiten. Die Schule startet nämlich für mich tatsächlich um
sieben Uhr, dafür dürfen die 60 Schüler der sechsten Klasse und
somit auch ich, schon um halb eins nach hause gehen.
Der zu unterrichtende Stoff hält sich
finde ich vom Schwierigkeitsgrad echt in Grenzen. Die größten
Aufgaben, die es zu bewältigen gibt wird wohl die Sprache und ebenso
das pünktliche Erscheinen meinerseits sein.
Die Sprache deswegen, weil die Schüler
aus Familien kommen, in denen zuhause kein Englisch gesprochen wird.
Dazu wird, laut dem Herrn Schulleiter, mein Akzent eine weitere
Herausforderung darstellen.
Die Pünktlichkeit ist aus anderen Gründen ein Problem. Bei meinen bisherigen drei-vier Besuchen der Schule war ich jeweils wegen den Bussen zu spät dran.
Die Pünktlichkeit ist aus anderen Gründen ein Problem. Bei meinen bisherigen drei-vier Besuchen der Schule war ich jeweils wegen den Bussen zu spät dran.
In Ndola gibt es nämlich keine Busse,
die sich an Fahr und Zeitpläne halten, wie wir es in Deutschland
gewohnt sind. Nein, hier stellt man sich einfach an eine
Bushaltestelle an der Hauptstraße in der Hoffnung, dass irgendwann
ein Bus erscheinen wird. Und tatsächlich, selten muss man eine
Minute warten, dann kommt ein hupender Bus angerauscht, aus dem ein
Mann rausschreien wird, ob man denn mitfahren will. Danach also
steigt man in den etwa Opel-Vivaro-großen Bus, aus dem laute Musik
dröhnt. Es werden wahrscheinlich schon etwa 15 Leute drinnen sitzen,
aber einen Platz in irgendwelchen Ritzen findet man eigentlich immer.
Mitten in der Fahrt gibt man dann dem aus dem Fenster schreienden
Mann das Geld. Soweit macht das ganze auch echt Spaß.
Das Problem ist nun, dass, wenn ich zur Schule möchte, im Stadtzentrum einmal Umsteigen muss. Dort hin, komme ich prima in 20 Minuten. Angekommen, setzte ich mich in den neuen Bus, der schon bereit steht, um mich zur schule zu fahren. Dieser wird allerdings erst losfahren, sobald alles Plätze belegt sind. Und da, morgens nur die wenigsten in das Armenviertel hinein wollen, sondern die meisten eher raus um irgeneiner Tätigkeit nachzugehen, dauert es also ca. eine Dreiviertelstunde bis sich dieser Bus überhaupt in Bewegung setzt. Da ich natürlich wenig Lust habe, jeden morgen mich um fünf Uhr auf den Weg zu machen, habe ich beschlossen mir ein Fahrrad zu kaufen.
Das Problem ist nun, dass, wenn ich zur Schule möchte, im Stadtzentrum einmal Umsteigen muss. Dort hin, komme ich prima in 20 Minuten. Angekommen, setzte ich mich in den neuen Bus, der schon bereit steht, um mich zur schule zu fahren. Dieser wird allerdings erst losfahren, sobald alles Plätze belegt sind. Und da, morgens nur die wenigsten in das Armenviertel hinein wollen, sondern die meisten eher raus um irgeneiner Tätigkeit nachzugehen, dauert es also ca. eine Dreiviertelstunde bis sich dieser Bus überhaupt in Bewegung setzt. Da ich natürlich wenig Lust habe, jeden morgen mich um fünf Uhr auf den Weg zu machen, habe ich beschlossen mir ein Fahrrad zu kaufen.
Zuerst hatte ich da an ein
Secondhandrad gedacht, da diese ja nunmal billiger sind. Also habe
ich es in einer kleinen Fahrradreperaturhütte am Straßenrand, nicht
weit entfent von meiner Schule versucht. Nachdem ich dort zuerst ein
Fahrrad ohne Pedalen vorgestellt bekam, habe ich den Männern meine
genaueren Wunschvorstellungen erläutert. Danach wurde jemand
losgeschickt um ein anderes Rad zu holen. Da dies zwar immerhin eine
Pedale besaß, jedoch auch einen gebrochenen Lenker, habe ich von
der Idee mir ein Secondhandrad zu kaufen erstmal Abstand genommen.
Für umgerechnet ca. 90 Euro werde ich mir jetzt wahrscheinlich ein
Neues leisten.
Ansonsten wurde ich in eine weitere
sehr typisch sambische Tätigkeiten eingeweiht: Das Abschlagen der
Maiskörner von den getrockneten Maiskolben. Mais ist das mit Abstand
meist angebaute Agrargut in Sambia, es wird ja auch mehrmals jeden
Tag von der ganzen Nation gegessen. Meine Familie besitzt ein kleines
Maisfeld. Die geernteten Güter liegen zum Trocknen hinten im Garten
in einem Gebilde, das etwa so aussieht, wie die Trampoline, die oft
in deutschen Gärten von Familien mit kleiner Kindern zu finden sind.
Dieses Gebilde, sieht man hier wirklich häufig, da so ziemlich jede
Schule und oder Arbeitsstelle seinen eigenen Garten samt Maisfeld
besitzt. Zurück zum Maiskörnerabschlagen: Die getrockneten Kolben
wurden in Säcke geschmissen, die daraufhin verschlossen wurden. Dann
durfte ich mehrmals mit einer Art Baseballschläger mit aller Kraft
auf diesen Sack einschlagen, bis die Körner sich von den Kolben
gelöst haben. Der Sack wird nun auf einer Plane ausgeleert, die
restlichen Kolben entfernt und der Mais in Säcken verstaut. Etwas
mehr als einmal im Monat wird dann der 60-70 Kilosack zum Mühlen in
die Stadt gefahren. Zurück bekommt man das Maismehl. Spätestens ab
diesem Zeitpunkt steht dann fest, dass niemand Hunger schieben muss;
für das Nshima des nächsten Monats ist ja dann vorgesorgt.
Als wir dies am Samstagnachmittag
machten, wurden wir sowohl von Jugendlichen aus der Gemeinde sowie
von einigen erheiternden Getränken unterstützt. Die Jugendlichen
haben ihren Spaß und sammeln so gleichzeitig etwas Geld für die
Gemeindekasse. Ganz schon clever finde ich.
Auch der sambischen Tierwelt durfte ich
schonmal Hallo sagen.
Auf einem Bauernhof, der von einem
Schweizer Ehepaar bewirtschaftet wird, wurden Teresa und mir, das
Basiswissen für eine erfolgreiche Farm erläutert. Der Bauernhof
beinhaltete riesige Bananen und Papayaplantagen, eine Tierabteilung,
Maisfelder und Gemüsebeete. Mit dem Umsatz wird eine umliegende
Mission unterstützt. Da 80 Prozent der Sambier von der
Landwirtschaft leben, war es interessant zu hören, mit welchen
Problemen die Farmer auch aus europäischer Sicht konfrontiert sind.
So ist es zum Beispiel ein Problem, dass die wenigen großen
Supermärkte in den Städten ihre Waren meist aus entfernten Regionen
beziehen, und die regionalen Bauern nur wenige Möglichkeiten haben,
ihre Güter in ausreichender Menge an den Mann zu bringen.
Nach diesem Besuch ging es auf
jedenfall ab zu einer Art riesigen Tierpark, wo man mit dem Auto
durchfährt und immer wieder anhält um Giraffen, Zebras oder Impalas
zu sehen. Nebenbei waren wir noch in einem Schlangenpark, wo uns
verschiedene Krokodile und Schlangen vor die Nase gehalten wurden.
Nicht weit von dort, gab es einen wunderschön angelegten See zum
Entspannen. Dort gab es auch Gemächer zum Übernachten. Die
touristische Seite Sambias war echt schön anzusehen. Viele weiße
Gesichter waren dort zu sehen. Auf dem Weg dorthin waren jedoch
wieder einige ärmliche Dörfer zu begutachten. Ganz schon verwirrend
so wunderschöne und unschöne Plätze direkt hintereinander zu
sehen.
Mit neuen Eindrücken und dem
Versprechen in naher Zukunft wieder zu schreiben sage ich nun Lebt
wohl
Martin
Hallo Martin,
AntwortenLöschenschön, dass es dir wieder besser geht.
Deine Berichte sind echt klasse und sehr interessant. Ich habe bisher alle gelesen und fiebere immer dem nächsten entgegen. Freu mich schon auf deinen nächsten Bericht und die tollen Bilder. Pass auf dich auf. Viele liebe Grüße aus Flerschem
Melli
Hallo Martin,
AntwortenLöschenauch ich bin eifrige Leserin deiner Blogs und bin ebenfalls froh, dass es dir wieder besser geht. Wünsche dir noch eine schöne und erfahrungsreiche Zeit in Sambia. Übrigens: 2 Giraffen habe ich auf dem Foto entdeckt!!
Gruß Elisabeth
Hallo Martin, da bleibt mir ja nur zu sagen, ich schließe mich meinen Vorrednern an! Ich habe drei Giraffen entdeckt. Wieviele sind's denn nu?
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Chris
Hi Martin,
AntwortenLöschenMalaria hört sich echt nicht gut an, schockt einen schon etwas, das zu lesen, besonders, wenn man sich eigentlich nicht damit auskennt, aber eine üble Vorstellung im Kopf hat.
Zum Busfahren: Das liest sich echt lustig (wenn man es nicht selbst machen muss ;-) )
Vielleicht nutzt Du ja die Gelegenheit, sparst das Geld fürs Fahrrad und joggst die Kilometer zu Schule und zurück, wie man es aus Kenia hört. Dort sind alle so fit, dass sie gar nicht wissen, wen sie zu Olympia schicken sollen... Ich fände es schön, einen Olympiasieger in der Familie zu haben, der uns dann mit seinen Milionen an schöne Wettkampforte einläd... 2016 wäre in Brasilien!
Liebe Grüße, weiter eine gute Zeit und Spaß in der Schule
Gregor
schön spannend, was du da so schreibst. ich freue mich, dass es dir gut geht. viel erfolg dann in deiner ersten arbeitszeit!!!
AntwortenLöschenviele liebe grüße aus sarajevo.
theresa =)
Dankeschön für die vielen lieben Kommentare!
AntwortenLöschenDas macht echt Spaß zu schreiben, wenn so eine Rückmeldung kommt und ich auch weiß, dass es euch gut geht.
Ich bin eindeutig wieder top fit und wünsche Euch ebenfalls Gesundheit für die kommende Zeit. Ihr müsst euch ja vor Schnupfen und ähnlichem in Acht nehmen, womit ich wahrlich keine Probleme haben sollte.
Drei Giraffen müssten es sein, oder? Aber sich als Bäume tarnen können sie ganz schön gut.
Also wenn die Kenianer das echt machen, haben sie mein ganzen Respekt. Mittags nach der Schule ist es so heiß, dass ich nach fünf Minuten Fahhrad fahren schon einen nassen Rücken habe. Da will man sich am liebsten garnicht bewegen. Also wer bei dem Wetter joggt, muss echt nen guten Grund haben. Und danach eine Dusche.
Also Gregor, mit mir und Olympia wird das glaub ich nichts. Aber es gibt ja noch den Ben, hoffentlich enttäuscht er uns nicht.
Liebe Grüße
Martin
Hallo Martin,
AntwortenLöschenOma Vroni und wir haben gerade deinen letzten Blogeintrag und die "neuen" Kommentare gelesen. (In Frankreich konnten wir immer nur kurz ins Internet und haben somit die Kommentare erst jetzt gelesen.) Offensichtlich hat dich noch keiner informiert, dass nicht die alleinige Last der Olympiateilnahme auf Ben lastet, sondern dass er im April 2013 Verstärkung erhält. Also die Chancen auf einen Olympiateilnehmer aus der Großfamilie steigt. Oma Vroni hofft, dass dein Päckchen mit dem Inhalt den Kevin nicht kommentieren möchte, bei dir ankommt. Sie hat es an ein sambesiches Mädchen im Konzert in Sindlingen übergeben. Das Mädchen wollte es an einen Verantwortlichen weitergeben. Am Mittwoch sind die letzten Sambesier zurückgeflogen. Beide Omas waren sehr begeistert von dem Konzert. Leider gab es keine CD aber es sollen zwei Lieder und Bilder ins Internet gestellt werden. Übrigens, auf dem Bild, auf dem du das Tanzen lernst, habe ich dich erst nicht erkannt, da dein Haar so kurz ist. Nach so vielen Jahren bin ich bei meinem Sohn Martin keine kurzen Haar mehr gewöhnt. Aber die Vergrößerung des Bildes hat dich eindeutig identifiziert. Auch wir werden gespannt auf deinen nächsten Beitrag warten. Oma Vroni, Mama, Papa