Dienstag, 25. September 2012

Bilder

Hallooo!
Ich habe eine gute Nachricht für euch. Dank meiner lieben Omas und der sambischen Musikgruppe, die im Bistum Limburg getourt hat, ist meine Kamera nun wieder einsatzfähig. So kann ich Euch jetzt auch visuell einen besseren Eindruck davon geben, wie es hier bei mir aussieht.


Endlich ein Bild von meiner Schule! Das sind die – ich habe nochmal nachgezählt – 65 Schüler in ihrem Klassenraum.


Hier ist der Schulhof zu sehen. Dienstags ist es der Job der sechsten Klasse den Schulhof vor Schulbeginn zu bewässern und zu putzen. Meine Aufgabe ist es aufzupassen, dass das ganze schnell genug und ordentlich genug geschieht. Dabei habe ich das ungute Gefühl wie ein Sklaventreiber zu sein. Ich meine, man stelle sich vor, wie ich als Weißer: „Beeilung, beeilung!“ rufe und dabei schwarze Kinder in gebückter Haltung den Schulhof fegen. Warum ich dabei auf den Rohrstock in der Hand verzichte, den normalerweise die anderen Lehrer mit sich führen, versteht sich glaube ich jetzt von selbst.
Sogar mein Gastbruder meint, das wäre ja Kinderarbeit. In den staatlichen Schulen gibt es Angestellte dafür. Aber solange es die Schulgebühren herunterdrückt, ist es natürlich sinnvoll, dass die Schüler selbst für eine saubere Schule sorgen.
Der große Baum auf dem Bild ist dabei aber besonders fies. Seitdem ich hier bin, fallen täglich die Blätter von den Bäumen, die weggekehrt werden müssen. Es ist wie im Herbst. Und dabei sind es weit über 30 Grad. Schon sehr komisch, oder?




So wie hier in der Schule, wird auch bei den Einwohnern drum herum der Müll im Garten gelagert.
Das geschieht dann solange, bis der Haufen – wie im nächsten Bild zu sehen ist – verbrannt wird.




Diese Bilder sehe ich täglich und daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Dass hier Müll und Gras vor der Haustür und neben der Straße verbrannt wird, scheint aber sonst nur die wenigsten zu stören. Viele andere Möglichkeiten gibt es ja auch nicht, für einen Mülldienst ist kein Geld vorhanden. Also wer auch immer die Umwelt retten will, der sollte sich nicht nur um die Glühbirnen in den Industrieländern sorgen, sondern auch über eine Müllabfuhr in den sogenannten Entwcklungsländern nachdenken.




Extrem stereotypisch, ich weiß. Aber faszinierend sind die Frauen mit den riesigen Bastkörben auf dem Kopf für meine Augen trotzdem.



 

Das sind typische Verkaufsläden, wie man sie überall in der Stadt verteilt sieht. Allesamt verkaufen sie Handyguthaben. Ansonsten haben sie meistens noch Lebensmittel oder Hygieneprodukte, die in der Stadt beim Supermarkt gekauft wurden, im Angebot. Diese Artikel werden dann teurer verkauft. Trotzdem kaufen viele dort ein, da sie sich das Geld fürs in die Stadt fahren sparen.





Ein beispielhaftes Haus in Chipulukusu, dem Viertel rund um meiner Schule.




Zu guter Letzt wollte ich Euch noch die Busse zeigen, von denen ich erzählt hatte. Wie man hier vor dem Einkaufszentrum von Kansenshi (dem Viertel, in dem ich wohne) sehen kann, befinden sich manchmal mehr Busse als Autos auf der Straße.

Bleibt gesund und fröhlich bis zum nächsten Mal,
Euer Martin

1 Kommentar:

  1. Hallo Martin,

    die Bilder sind wirklich sehr beeindruckend. Es geht aus ihnen eine gewisse Faszination und Nachdenklichkeit gleichzeitig aus. Die Farben sind einfach wahnsinn. Ich glaube, wenn du wieder in Deutschland bist, werden dir unsere Farben richtig trist vorkommen, zumal ja dann bald die graue Jahreszeit bei uns anfängt. Aber man sieht auch ganz klar die Armut. Vielen Dank für deine Bilder und auch deine Berichte, die immer etwas zum Nachdenken anbieten.

    Liebe Grüße und alles Gute
    Mama

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